Vitamin D: Dosierung, IE-Umrechnung und Höchstmengen
Wie viel Vitamin D laut DGE, BfR und EFSA: Mikrogramm in IE umrechnen, BfR-Höchstmenge von 20 µg, EFSA-Obergrenze und Hochdosis-Etiketten richtig lesen.
Amazon-Links sind Affiliate-Links (Werbung). Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mehr zu diesen LinksZwei Zahlen sorgen bei Vitamin D für die meiste Verwirrung: die Menge, die als Richtwert gilt, und die Menge, die Sie nicht überschreiten sollten. Dieser Ratgeber zeigt, was DGE, BfR und EFSA dazu sagen und wie Sie die Einheiten auf der Packung umrechnen. Es sind allgemeine Informationen für gesunde Erwachsene, keine medizinische Beratung. Zur Auswahl eines Produkts lesen Sie unseren Kaufratgeber zu Vitamin D.
Mikrogramm, IE und Prozent auf dem Etikett
DGE und BfR geben 20 Mikrogramm (µg) als 800 Internationale Einheiten (IE) an und 100 µg als 4.000 IE; 1 µg entspricht also 40 IE. Die Umrechnungen, die Sie am häufigsten brauchen:
- 5 µg = 200 IE
- 10 µg = 400 IE
- 12,5 µg = 500 IE
- 20 µg = 800 IE
- 25 µg = 1.000 IE
- 50 µg = 2.000 IE
- 100 µg = 4.000 IE
Die Nahrungsergänzungsmittelverordnung verlangt die Menge je empfohlener Tagesverzehrmenge und zusätzlich den Prozentsatz der Referenzmenge. Sie liegt für Vitamin D nach der Lebensmittelinformationsverordnung bei 5 µg. Daher stehen 10 µg als 200 %, 20 µg als 400 % und 25 µg als 500 % auf der Packung. Die Prozentzahl ist eine Etikettenkonvention und kein Zielwert.
Was die DGE als Schätzwert nennt
Die DGE hat Schätzwerte für die Zufuhr bei fehlender körpereigener Bildung abgeleitet (Stand der Ableitung 2012):
- Säuglinge von 0 bis unter 12 Monaten: 10 µg pro Tag
- Kinder von 1 bis unter 15 Jahren: 20 µg
- Jugendliche und Erwachsene bis unter 65 Jahren: 20 µg
- Erwachsene ab 65 Jahren: 20 µg
- Schwangere und Stillende: je 20 µg
Das Ziel ist ein Blutwert von mindestens 50 nmol/l. Die Werte gelten nur, wenn der Körper kaum selbst Vitamin D bildet; bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die Versorgung auch ohne Präparat reichen. Die EFSA hat 2016 einen niedrigeren Wert von 15 µg für Kinder ab einem Jahr und Erwachsene abgeleitet, der von einer geringen statt fehlenden Eigenbildung ausgeht. Die Zahl hängt also von der Annahme ab, und es handelt sich um Schätzwerte, nicht um Pflichtmengen.
Die Höchstmenge des BfR für Nahrungsergänzungsmittel
Das BfR schlägt vor, Nahrungsergänzungsmittel für Jugendliche und Erwachsene auf 20,0 µg Vitamin D je empfohlener Tagesverzehrmenge zu begrenzen. Es hat den Vorschlag 2021 veröffentlicht, 2024 nach der Neubewertung der EFSA geprüft und nicht verändert und im September 2025 erneut genannt.
Die Herleitung erklärt das BfR so: Von der Obergrenze von 100 µg zieht es die Zufuhr aus der Ernährung ab, die bei 15- bis 17-Jährigen in der 95. Perzentile bei 7 µg liegt, und kommt auf 93 µg. Die Hälfte davon, 46,5 µg, teilt es Nahrungsergänzungsmitteln zu. Mit einem Unsicherheitsfaktor von 2 ergeben sich 23,25 µg, abgerundet auf 20 µg. Das entspricht dem DGE-Schätzwert.
Rechtlich bindend ist der Vorschlag nicht. Laut BfR gibt es für Nahrungsergänzungsmittel bisher keine gesetzlichen Höchstmengen; die Vorschläge sind als Grundlage für verbindliche Werte auf EU-Ebene gedacht, an denen die Europäische Kommission arbeitet. Die Verbraucherzentrale schreibt entsprechend, ein hoch dosiertes Präparat lasse sich rechtlich nicht als „überdosiertes Produkt“ bezeichnen.
Die Obergrenze der EFSA
Die EFSA hat ihre tolerierbare Obergrenze (UL) für die Gesamtzufuhr aus allen Quellen 2023 überprüft und für Erwachsene bestätigt. Sie beträgt:
- Säuglinge von 0 bis 6 Monaten: 25 µg pro Tag, von 7 bis 11 Monaten: 35 µg (Werte von 2018)
- Kinder von 1 bis 10 Jahren: 50 µg
- Jugendliche von 11 bis 17 Jahren: 100 µg
- Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender: 100 µg
Das BfR betont, der UL sei keine Zufuhrempfehlung. Die EFSA hält es für unwahrscheinlich, dass europäische Bevölkerungen ihn überschreiten, mit einer Ausnahme: regelmäßige Anwender von Nahrungsergänzungsmitteln mit hohen Dosen.
Warum mehr nicht besser ist
Das BfR verbindet eine langfristige Zufuhr ab 100 µg täglich mit Risiken wie geringerer Knochendichte, mehr Stürzen und Herzproblemen bei Herzkranken. Zu viel Vitamin D kann den Calciumspiegel im Blut stark erhöhen (Hyperkalzämie). Das BfR nennt dafür Müdigkeit, Muskelschwäche, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen, bei längerem Bestehen Nierensteine und eine Nierenverkalkung. Die Verbraucherzentrale ergänzt, dass sich Vitamin D im Fettgewebe anreichert, und dass Vergiftungen durch Sonnenbäder und normale Lebensmittel nicht möglich seien, wohl aber durch Nahrungsergänzungsmittel.
Im August 2026 meldete das BfR erneut eine schwere Vitamin-D-Vergiftung bei einem Säugling in Deutschland, ausgelöst durch ein hoch dosiertes Erwachsenenpräparat aus dem Internet statt der üblichen Säuglingspräparate. Ein ähnlicher Fall war schon Ende 2021 gemeldet worden.
Hochdosis-Etiketten lesen
- 25 µg (1.000 IE) liegen über der BfR-Empfehlung von 20 µg, aber bei einem Viertel der EFSA-Obergrenze für Erwachsene.
- 50 µg (2.000 IE) sind die Hälfte der Obergrenze für Erwachsene und gleichzeitig die Obergrenze für Kinder von 1 bis 10 Jahren.
- 100 µg (4.000 IE) sind die Obergrenze für Erwachsene selbst. Die Verbraucherzentrale hält tägliche Dosen von 50 oder 100 µg aus ernährungswissenschaftlicher Sicht für nicht erforderlich.
- Mehrere Einheiten erlaubt. Steht „1 bis 2 Tabletten“ in der Verzehrempfehlung, ist die höhere Zahl Ihre mögliche Tagesmenge. Zwei Tabletten mit je 10 µg liefern 20 µg.
Zählen Sie jede Quelle: angereicherte Lebensmittel, Multivitamine und Kombinationen mit Calcium oder Vitamin K enthalten oft ebenfalls Vitamin D. Eine Suche nach Vitamin D3 400 IE Tabletten bei Amazon (öffnet in neuem Tab) zeigt Produkte mit 10 µg, die Suche nach Vitamin D3 800 IE Tabletten bei Amazon (öffnet in neuem Tab) solche mit 20 µg. Die Packung nennt die Menge, die eine Tagesportion liefert.
Bolusdosen und Wochendepots
Manche Produkte sehen sehr hohe Einzeldosen im Abstand von Tagen oder Wochen vor. Das BfR bewertete 2025 Präparate mit 175 µg alle 7 Tage sowie Kombinationen mit Vitamin K2 mit 250 µg alle 10 oder 500 µg alle 20 Tage. Es verweist auf Studien, nach denen sehr hohe Bolusdosen das Risiko für Stürze und Knochenbrüche erhöhen können, und darauf, dass solche Präparate versehentlich zu häufig eingenommen werden könnten, etwa täglich statt alle 20 Tage. Das BfR empfiehlt im Bedarfsfall ein niedrig dosiertes Präparat zur täglichen Einnahme und Bolusdosen nur auf ärztliche Anweisung. Auch die Verbraucherzentrale hält die tägliche Einnahme gegenüber Depotprodukten für vorzuziehen.
Verordnete Dosen sind etwas anderes
Bei diagnostiziertem Mangel kann eine Ärztin oder ein Arzt höhere Mengen verordnen. Das BfR betont, seine Stellungnahme gelte nur für Nahrungsergänzungsmittel und nicht für Arzneimittel mit Vitamin D, und es empfiehlt bei ärztlich verordneten hohen Dosen eine regelmäßige Kontrolle der Serumspiegel. Auch die Verbraucherzentrale sagt, dass hohe Dosen medizinisch sinnvoll sein können, dann aber als verordnetes Arzneimittel gegeben werden sollten. Folgen Sie einer ärztlichen Dosierung, nicht einem Ratgeber.
Einnahme im Alltag
Vitamin D zählt zu den fettlöslichen Vitaminen. Eine Vorgabe von BfR oder DGE, es zu einer Mahlzeit einzunehmen, haben wir nicht gefunden; richten Sie sich nach der Verzehrempfehlung auf der Packung. Teilen Sie die Zahl der Einheiten in der Packung durch die Tagesmenge, um zu wissen, wie lange sie reicht. Eine Wochen-Pillenbox hilft bei der täglichen Routine: Pillenboxen bei Amazon (öffnet in neuem Tab) sind eine Suche danach.
Wer vorher fragen sollte
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie beginnen, wenn Sie schwanger sind oder stillen, eine Nierenerkrankung haben, Herzglykoside oder andere Medikamente einnehmen oder für ein Baby oder Kind einkaufen. Die Verbraucherzentrale rät, der Ärztin oder dem Arzt alle eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel zu nennen. Das Etikett ist für Dosis und Warnhinweise Ihres Produkts maßgeblich.